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Die bei Waldbränden entstehenden Schadstoffe und ihre Auswirkungen auf die Haut

Wir sprechen mit Doktor Sánchez Viera, einem Dermatologen und Fachmann für den Schutz der Haut vor Umweltschadstoffen.

 

Wir lernten Doktor Miguel Sánchez Viera, Dermatologe und Direktor des INSTITUTO DE DERMATOLOGÍA INTEGRAL in Madrid über eine Studie kennen, die er zu den Auswirkungen der Schadstoffe auf die Haut veröffentlicht hat. Die Feuerwehrleute sind unzähligen Schadstoffen ausgesetzt. Kürzlich stießen wir auf eine Grafik in den sozialen Medien, die sehr deutlich und bildlich die Gefahren zeigte, denen die Feuerwehrleute ausgesetzt sind, über die Verbrennungen und unmittelbaren Risiken hinaus, die sich aus den Notsituationen bei den Löscharbeiten ergeben. 

 

 

vft: Doktor, welche Auswirkungen hat der ständige Kontakt mit Umweltverschmutzung?
 

Dr. S.V: Bevor ich auf diese Frage antworte, müssen wir definieren, was wir als Umweltverschmutzung betrachten.

vft: Gehen wir dann ein bisschen zurück.
 

Dr. S.V: Wenn wir an Umweltverschmutzung denken, sprechen wir vom Straßenverkehr, Heizungen, Müll- und Abfallverbrennung, Industrieanlagen, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, Ozon und selbstverständlich von Waldbränden. Hier muss auch die Verschmutzung durch Wirkstoffe in Räumen eingeschlossen werden: Lösungsmittel, Farben, Reinigungsmittel und der Rauch von Zigaretten, Küchen und Grillgeräten.
Die Umweltverschmutzung wird durch Mikropartikel hervorgerufen. Sie sind in der Lage, in unseren Organismus einzudringen, sowohl über die Atmung, die Blutbahn und über Ablagerungen in den tiefsten Schichten der Haut, aber auch über die oberen Schichten der Haut, auf der sie sich unbemerkt ansammeln. 

vft: Und welche Erkrankungen ergeben sich aus einem direkten Kontakt mit der Haut? Konnten Dermatologen die Beeinträchtigungen an praktischen Fällen festmachen?

Dr. S.V: An Orten, an denen die Umweltverschmutzung höher ist, vor allem in Gebieten mit trockenem Klima, wie in den Innenstädten, gibt es mehr Patienten mit Akne und eine Verschlechterung der Symptome von Schuppenflechte, Neurodermitis und Ekzemen. Der ständige Kontakt mit Umweltverschmutzung hat die Entwicklung und Verschlechterung von entzündlichen Hautkrankheiten und eine vorzeitige Alterung der Haut zur Folge.

 

 

vft: Neben der Verschlechterung von Hautleiden, die Sie genannt haben und die eine ästhetische Beeinträchtigung darstellen, hat die Verschmutzung auch tiefergehende Auswirkungen auf die Haut? 

Dr. S.V: Eine weitere mögliche negative Auswirkung ergibt sich, wenn die Haut der ultravioletten Strahlung der Sonne ausgesetzt ist. Der Schaden, den die Verschmutzung auf der Haut verursacht, zusammen mit der ultravioletten Strahlung können die Gefahr von Hautkrebs erhöhen. Aber es sind noch weitere Studien notwendig, um diese Verbindung zu untermauern. Aus diesem Grund empfehlen wir Dermatologen, immer einen Lichtschutz zu verwenden, egal, ob in der Stadt, am Strand, im Gebirge oder im Winter oder Sommer. Menschen, die in Großstädten mit hoher Umweltverschmutzung leben, wie Madrid oder Barcelona, oder solche, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit konstant Schadstoffen ausgesetzt sind, müssten jeden Tag Sonnenschutzmittel auftragen.
Die Umweltverschmutzung kann auch das Mikrobiom der Haut verändern.

vft: So etwas wie eine Änderung des „pH-Werts der Hautflora“?

Dr. S.V: Das Mikrobiom der Haut ist die Gesamtheit der Bakterien und der Mikroorganismen, die auf unserer Haut leben und die die Haut unterstützen, den Organismus vor äußeren Einwirkungen zu bewahren. Sie spielen eine wichtige Rolle für das Erscheinungsbild der Haut, aber tragen auch zur Produktion von Vitaminen, Hormonen und chemischen Stoffen bei, die Einfluss auf den Gemütszustand, den Stoffwechsel und sogar das Immunsystem haben können. Wenn es zu einer Veränderung kommt, können sich entzündliche Hautkrankheiten, wie Schuppenflechte oder Neurodermitis, und trockene Haut entwickeln, und sie kann zu einem geringeren Schutz der Haut vor ultravioletter Strahlung führen. 

vft: Dies lässt sich aus dem Bericht ‚NTP 336, Absorption chemischer Stoffe durch die Haut‘ ableiten, der vom INSHT (dem Nationalen Institut für Sicherheit und Hygiene am Arbeitsplatz) veröffentlicht wurde. Darin wird dargelegt, dass viele Waschmittel Hautveränderungen verursachen und die Durchlässigkeit für chemische Stoffe erhöhen können. Weitere interessante Daten, die in diesem Dokument erscheinen, unterstreichen, dass die Absorptionsfähigkeit in den exponierten Hautteilen anders ist und dass die Zeit der Durchlässigkeit abhängig von der Zusammensetzung des Schadstoffs variiert. Im Allgemeinen werden fettlösliche Stoffe stärker absorbiert. Welche sind die gefährlichsten Schadstoffe für die Haut?

Dr. S.V: Die Schadstoffe, die die Haut am meisten angreifen, finden sich nicht nur draußen sondern auch im Inneren von Häusern. Dazu gehören: Kohlenmonoxid; Stickstoffdioxid; Ozon; Schwermetalle; Dioxine; polyaromatische Kohlenwasserstoffe und flüchtige und halbflüchtige organische Verbindungen. Weitere Schadstoffe, die die Haut schädigen, sind Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Lösungsmittel, Farben und Reinigungsprodukte. 

 

 

vft: Fast alle Substanzen, die Sie genannt haben, sind bei Waldbränden zu finden...
 

Dr. S.V: Genau. Sie werden auch durch die Abgase im Straßenverkehr, Heizungen, Müllverbrennung, Zigarettenrauch und Küchendämpfe erzeugt. 

vft: Wie lassen sich die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Haut vermeiden?
 

Dr. S.V: Die tägliche Hygiene am Morgen und am Abend ist entscheidend. Sie verhindert, dass sich schädliche Mikropartikel auf der Haut sammeln können. Gehen wir ein bisschen zurück, um zu verstehen, wie das integumentarische Hautsystem funktioniert.

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Ihre Hauptaufgabe ist der Schutz vor potenziell krankheitserregenden Mikroorganismen (Bakterien und Viren) und der Umweltverschmutzung, vor Zellschäden durch radioaktive Strahlung, Verletzungen, sie unterstützt die Regulierung der Körpertemperatur, meldet durch Schmerzen Gefahren und verhindert, dass schädliche chemische Stoffe in den Organismus eindringen. 
Die Haut hat drei Schichten: Epidermis, Dermis und das Subkutangewebe. Die Epidermis wird von Zellen gebildet, die als Keratinozyten bezeichnet werden und die eine Hydrolipid-Barriere bilden, die das Eindringen von äußeren Wirkstoffen verhindert. Diese Keratinozyten werden in der tiefsten Schicht der Epidermis (der Keimschicht) gebildet und steigen langsam in die oberste Schicht der Epidermis auf, damit in dieser Schicht immer junge und widerstandsfähige Zellen vorhanden sind, die den Organismus vor äußeren Einwirkungen schützen. Damit die Epidermis gesund bleibt, muss sie gut gepflegt werden, dabei ist auf Hygiene, Feuchtigkeit, Ernährung und das Auftragen von Sonnenschutz zu achten. 

vft: Ist für die Hygiene ein bestimmtes Produkt notwendig? 
 

Dr. S.V: Um zu verhindern, dass die Haut noch mehr leidet, können Sie „Syndet”-Produkte (ohne synthetische Reinigungsmittel oder Seifen) verwenden, da sie einen ähnlichen pH-Wert aufweisen wie die Haut, damit verhindern Sie die Veränderung der Hidrolipid-Barriere, die die Haut schützt. 

 

 

vft: Manchmal können Einsätze einen ganzen Tag oder sogar mehrere Tage andauern. Die Feuerwehrleute haben oft nicht sofort Wasser und Seife zur Verfügung. Aber wir wissen, dass die Absorption von Schadstoffen über die Haut sehr schnell und in hohem Umfang erfolgt. Eine Studie von Wissenschaftlern in den USA, Deutschland und Dänemark, die in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurde, bestätigt, dass einige toxische Substanzen die Haut in Mengen durchdringen, die der ähnlich ist, die über die Lunge aufgenommen wird. In dieser Studie wurde auch festgestellt, dass saubere Schutzausrüstung eine Barriere vor den Schadstoffen bildet. Schmutzige Schutzausrüstung, die Schadstoffen aus der Luft ausgesetzt ist, wirkt dagegen wie ein Verstärker für die Absorption über die Haut. Deshalb ist maximaler Schutz (mit Handschuhen, Masken, Nackenschild, etc.) während der Einsatzzeit anzuraten, die Reinigung und Belüftung der Fahrzeuge, das korrekte Waschen der Kleidung und die Dekontaminierung der Haut sind grundlegende Dinge nach jedem Einsatz.


Die Dekontaminierungstücher haben sich für eine schnelle Reinigung nach Waldbränden als sehr wirksam erwiesen. Sie absorbieren 99 % der auf der Haut abgelagerten Schadstoffe und sind eine wichtige Lösung vor der richtigen Körperpflege, die dann vorzugsweise mit Neutralseife vorgenommen werden sollte. Welche weiteren Maßnahmen empfehlen Sie den Feuerwehrleuten?


Dr. S.V: Neben der Hygiene ist ein weiterer ganz wichtiger Punkt die Hydration der Haut. Es muss reichlich Wasser getrunken werden, da es eine verbesserte Zellfunktion unterstützt und es müssen Feuchtigkeitscremes nach dem Waschen aufgetragen werden (ratsam sind solche mit Hyaluronsäure und Antioxidanzien, mit Resveratrol, Vitamin A, C und E, Ferulasäure, Genistein, etc.). Es ist auch die Aufnahme von Detox Tees zu empfehlen, um effektiv die Toxine aus dem Organismus zu beseitigen. 
Das Auftragen von Sonnenschutzmitteln ist besonders wichtig. Auch während der Löscharbeiten und Brandbekämpfung, da die Feuerwehrleute sowohl der Kontamination als auch den ultravioletten Strahlen ausgesetzt sind, eine Kombination, die noch schädlicher für die Haut ist. Das häufige Auftragen verringert diese Schäden. 


Um den Anstieg der freien Radikale (die verantwortlich für die Hautalterung und eine verminderte Zellregeneration sind) zu kompensieren, ist es wichtig, im Speiseplan Antioxidanzien vorzusehen; Brokkoli, Tomaten, rote Früchte, Hülsenfrüchte, Trauben und Trockenfrüchte.
Die Nutzung von Luftreinigern und -befeuchtern im Haus unterstützt die Verringerung der Schadstoffe, die unweigerlich in das Haus gelangen. 
Eine Behandlung, die vorgenommen werden kann, um in der Haut angesammelte Schadstoffe zu entfernen, ist die Mikrodermabrasion. Dadurch werden, dank eines Kopfteils mit Diamantspitzen, die obersten Schichten der Haut abgetragen, ohne sie anzugreifen. Dies ist ein schmerzloser Vorgang, der die Zellregeneration, die Stimulierung der Kollagen- und Elastinproduktion unterstützt und das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut erleichtert, wie beispielsweise Alpha-Hydroxisäuren, Beta-Hydroxisäuren und Retinsäure, die unmittelbar danach aufgetragen werden.